Frühe Dämmerung, nasse Straßen und plötzlich auftretender Nebel: Nach den meist unkomplizierten Sommermonaten verlangt der Herbst Autofahrern wieder mehr Aufmerksamkeit ab. Neben Anpassungen bei der Fahrweise lohnt sich auch ein kurzer Technik-Check am Auto. Sieben Tipps für die dunkle Jahreszeit.
Licht an
Licht frühzeitig einschaltenBei trübem Wetter, Regen oder Dämmerung reicht das Tagfahrlicht häufig nicht aus. Es leuchtet in erster Linie nach vorne, während bei manchen Fahrzeugen die Rückleuchten dunkel bleiben. Besser ist es daher, frühzeitig das Abblendlicht einzuschalten beziehungsweise die Lichtautomatik zu kontrollieren. Auch saubere Scheinwerfer sind wichtig, da Schmutz die Lichtausbeute verringert. Bei älteren Fahrzeugen empfiehlt sich zudem ein Blick auf Funktion und Einstellung der Beleuchtung.
Scheiben und Wischer in Ordnung bringen
Gute Scheinwerfer nützen wenig, wenn die Windschutzscheibe verschmutzt ist. Vor allem ein Film auf der Innenseite sorgt bei tief stehender Sonne oder entgegenkommenden Scheinwerfern für störende Reflexionen. Eine gründliche Reinigung zu Beginn der dunklen Jahreszeit verbessert die Sicht oft deutlich. Auch die Scheibenwischer verdienen Aufmerksamkeit. Hinterlassen sie Schlieren oder sind die Gummilippen spröde und eingerissen, sollten sie gewechselt werden. Leicht verschmutzte Wischergummis lassen sich zunächst mit einem feuchten Tuch reinigen. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf den Vorrat an Scheibenwaschflüssigkeit. Spätestens wenn Nachtfrost möglich wird, gehört ein geeigneter Frostschutz in den Behälter. Laub sollte regelmäßig aus dem Bereich unterhalb der Windschutzscheibe entfernt werden. Verstopft es dort Abläufe oder die Luftzufuhr der Lüftung, können Feuchtigkeit und beschlagene Scheiben die Folge sein.
Auf Laub, Schmutz und Aquaplaning achten
Rutschige Straßen gibt es im Herbst nicht erst bei Frost. Feuchtes Laub kann die Haftung der Reifen stark verringern, ähnlich wie Erde, die landwirtschaftliche Fahrzeuge auf die Fahrbahn tragen. Unter einer dichten Blätterschicht können sich außerdem Schlaglöcher, Äste oder andere Hindernisse verbergen. An solchen Stellen heißt es daher: Geschwindigkeit reduzieren, Abstand vergrößern und abrupte Lenk- oder Bremsmanöver vermeiden. Bei starkem Regen kommt Aquaplaning als weitere Gefahr hinzu. Kann der Reifen das Wasser nicht mehr verdrängen, verliert er den Kontakt zur Fahrbahn. Dann sollte man vom Gas gehen, das Lenkrad möglichst ruhig halten und hektische Brems- oder Lenkbewegungen vermeiden. Vorbeugen lässt sich vor allem durch angepasstes Tempo und ausreichend Reifenprofil.
Mit Frost und Glätte rechnen
Schon im Herbst können Straßen stellenweise glatt sein, obwohl das Thermometer noch Temperaturen über null Grad anzeigt. Besonders kritisch sind Brücken, Senken, schattige Waldabschnitte und andere Stellen, an denen die Fahrbahn stärker auskühlt als die Umgebung. Gerade in den Morgenstunden ist besondere Vorsicht angebracht. Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen unterwegs ist, benötigt zudem eine geeignete Bereifung. In Deutschland gilt keine starre Winterreifen-Zeitspanne, sondern eine situative Pflicht: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte müssen entsprechend zugelassene Winter- beziehungsweise Ganzjahresreifen montiert sein. Wer regelmäßig auf das Auto angewiesen ist, sollte den Reifenwechsel daher nicht bis zum ersten Schneefall aufschieben.
Im Nebel Abstand halten
Nebel kann die Sicht innerhalb weniger Meter stark verschlechtern. Dann sollte das Tempo frühzeitig reduziert und der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug deutlich vergrößert werden. Fernlicht hilft nicht: Seine Strahlen werden von den Wassertröpfchen zurückgeworfen und können die Sicht sogar verschlechtern. Eine praktische Orientierung bieten die Leitpfosten am Straßenrand, die auf Landstraßen und Autobahnen in der Regel 50 Meter auseinanderstehen. Ist nur noch ungefähr der nächste Pfosten zu erkennen, liegt die Sichtweite entsprechend bei rund 50 Metern. Spätestens dann gilt Tempo 50 als Obergrenze und die Nebelschlussleuchte darf eingeschaltet werden.
Mit Wildwechsel rechnen
Rehe, Wildschweine und andere Tiere sind besonders in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv. Gefährlich sind nicht nur Waldstrecken, sondern auch Straßen entlang von Feldern und Wiesen. Taucht ein Tier am Straßenrand auf, sollte man Geschwindigkeit reduzieren und bremsbereit sein. Häufig folgen einem einzelnen Tier weitere. Ist eine Kollision nicht mehr zu vermeiden, sind riskante Ausweichmanöver meist die schlechtere Wahl: Sie können im Gegenverkehr oder an einem Baum enden. Im Zweifel ist die Kollision mit dem Tier vorzuziehen. Nach einem Wildunfall muss die Unfallstelle abgesichert und die Polizei verständigt werden. Verletzte Tiere sollte man nicht anfassen.
Sturm und Technik nicht unterschätzen
Starke Seitenwinde können das Fahrzeug überraschend versetzen, etwa beim Verlassen geschützter Waldstücke, auf Brücken oder beim Überholen von Lkw. Bei Sturm empfiehlt es sich daher, das Lenkrad mit beiden Händen sicher zu führen und die Geschwindigkeit anzupassen. Beim Parken sollte man außerdem auf Bäume und größere Äste achten, die herunterfallen und das Fahrzeug beschädigen können. Mit sinkenden Temperaturen steigt zugleich die Belastung für die 12-Volt-Batterie. Licht, Gebläse, Scheiben- und Sitzheizung benötigen zusätzliche Energie, während eine alternde Batterie bei Kälte an Leistungsfähigkeit verliert. Dreht der Anlasser bereits im Herbst auffällig langsam, sollte der Energiespeicher überprüft werden. Ein Starthilfekabel oder ein geeigneter Startbooster kann für den Notfall sinnvoll sein.

